Zivildienst vor dem Aus Die Bundesregierung wird den Wehrdienst zum 1. Juli 2011 aussetzen. Damit entfällt auch der Zivildienst. Über die Konsequenzen für die Pflege- und Betreuungsdienste vor Ort stellten sich die SPD Bundestagsabgeordnete Uta Zapf , Julia Koerlin (Vorsitzende AWO Offenbach-Land) und Dirk Hartmann (Geschäftsführer AWO Langen) den Fragen der Journalisten: Die Bundesregierung wird den Wehrdienst zum 01.07.2011 aussetzen. Damit entfällt auch der Zivildienst. Rund 90.000 Zivis waren im Jahr 2009 noch im Einsatz. Davon sind rund 30 auch für die Arbeiterwohlfahrt bei verschiedenen Dienststellen im Kreis Offenbach beschäftigt. Ihre Tätigkeitsbereiche umfassen z.B. den Mobilen Sozialen Hilfsdienst, Essen auf Rädern, Rollstuhlfahrdienste und die Betreuung ....und die Betreuung von alten, kranken und behinderten Menschen – auch zur Unterstützung von professionellen Pflegekräften. „Für die AWO bedeutet das eine große Lücke, die es Mitte nächsten Jahres zu füllen gilt“, so Uta Zapf, die gleichzeitig auch im Vorstand des Kreisverbandes Offenbach Land der AWO aktiv ist. Belastbare Planungen für das nächste Jahr sind nicht möglich, da nicht klar ist, ob als Ersatz für die Zivis genügend Absolventen des Freiwilligen Sozialen Jahres gefunden werden können. „Insbesondere die Planungen für den freiwilligen Zivildienst kommen deutlich zu spät und für etwas, was es noch nicht gibt, können wir auch nicht werben“, sagt Julia Koerlin, Vorsitzende der AWO im Kreis Offenbach. Besonderen Anstoß nimmt die Bundestagsabgeordnete Zapf an dem Entwurf des Familienministeriums zur Ausgestaltung des freiwilligen Zivildienstes: „Das Papier ist Ideenlos und bietet kaum Anreize für Interessenten des freiwilligen Zivildienstes. Das Ziel, hiermit 35.000 Teilnehmer im Jahr zu finden, wird sich so kaum realisieren lassen.“ Dirk Hartmann, Geschäftsführer der AWO Langen fügt hinzu, dass die Besetzungen der Zivildienststellen für den kommenden Sommer in den Vorjahren normalerweise schon im Januar abgeschlossen waren. Die Konsequenzen werden schon im Frühjahr spürbar sein. Viele Leistungen werden teurer werden oder ersatzlos gestrichen. Dazu zählen beispielsweise kostenlose Fahrdienste zu Seniorennachmittagen oder der einstündige Einkaufsdienst für vier Euro für einkommensschwache Kunden. Die soziale Vereinsamung wird somit weiter mit einer Politik der sozialen Kälte vorangetrieben. Zudem wird sich der Pflegenotstand noch schneller verschärfen. Die AWO berät zurzeit in einem Arbeitskreis der Dienststellen mit Zivildienstleistenden, wie dem Problem begegnet werden kann. Uta Zapf rechnet vor, dass ein hauptamtlicher Mitarbeiter etwa 16.000 € mehr im Jahr kostet als ein Zivi. Die entstehenden Kosten können unmöglich eins zu eins an die oft bedürftigen Kunden der AWO weitergegeben. Die Lösung wird in einer Mischung aus mehr hauptamtlichem Personal, FSJ’lern und Ehrenamtliche liegen. Interessenten für ein Freiwilliges Soziales Jahr können sich gerne bei der AWO Langen hierüber informieren. Mehr unter www.awo-langen.de. Die AWO Langen vermittelt auch gerne an andere AWO Ortsvereine im Kreis Offenbach weiter. Kreisverband Offenbach Land e.V. Der Kreisverband: Unsere Ortsvereine: Zivi bei der AWO am Standort Langen