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CDU und FDP leiten in Dietzenbach den sozialen Shutdown ein
Soziale Strukturen werden massiv zerstört

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
während EU, Bund, Länder, der Kreis und viele Städte und Gemeinden gerade alles unternehmen, die Wucht der Corona-Folgen abzufedern, versuchen die Dietzenbacher CDU und FDP gemeinsam in einer Reihe von zahlreichen grausamen Haushaltsanträgen den sozialen Kahlschlag in Dietzenbach einzuleiten:

- Streichung des Zuschusses für die  Familienbildungsstätte der AWO (existiert seit über 50 Jahren!)

- Streichung des Zuschusses für die Volkshochschule und Kostendeckung oder Verkauf der Unterkunft beider Träger in der Wilhelm-Leuschner-Straße 33

- Abschaffung der städtischen Schuldnerberatung bei völliger Überlastung der Schuldnerberatung des Kreises

- Streichung des Zuschusses für die sozialen Dienste der AWO in der Siedlerstraße

- Streichung des Zuschusses an die AWO für die Migranten-Seniorenarbeit

- Senkung des Zuschusses für die Musikschule - Senkung des Zuschusses für die Stadtbücherei - Abbau einer Stelle in der Stabstelle Integration

- Abbau einer Stelle bei den „Streetworkern“


Die radikalen und nahezu alle identisch kurz begründeten Anträge kamen ohne Vorwarnung und sind ein schwerer Schlag ins Gesicht aller, die in erheblichem Maße zu einer lebenswerten, familienfreundlichen und sozialen Stadt beitragen.

Es wird stets mit großem Engagement alles darangesetzt, nicht nur Angebote aufrechtzuerhalten, sondern sogar sinnvoll auszubauen. Die AWO ist dabei stets kreativ, nutzt Synergieeffekte und Raumkapazitäten bestmöglich aus. Um steigende Kosten zu stemmen und um die Erweiterung sinnvoller Angebote zu realisieren, konnten zudem immer wieder ergänzende Zuschüsse generiert werden. So gelang es vor vier Jahren die Familienbildungsstätte zum Familienzentrum auszubauen – verbunden mit einer Landesförderung, die allerdings auch ergänzende Angebote bedingt – zum Wohle Dietzenbachs. 
 
Die Angebote der Einrichtung für Jung und Alt sind in den vergangenen 50 Jahren zu einem festen Bestandteil der Stadt geworden. Rein rechnerisch hat die AWO mit ihrem Angebot bei rund 1049 Kursteilnehmern in Dietzenbach im Jahr 2019 rund 3% der Dietzenbacher Bürgerinnen und Bürger erreicht. Dies ist eine recht beachtliche Quote.
 
Auch die sozialen Dienste leisten gerade in diesen Tagen wichtige Unterstützung für alte, kranke und behinderte Menschen, die sich vor dem Hintergrund Gefahren einer CoronaInfektion kaum aus dem Haus trauen. Hier wurden umfangreiche (aber auch kostspielige) Sicherheitsmaßnahmen getroffen, um Kundinnen, Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schützen. Die Belieferung mit Essen auf Rädern und die Einkaufsdienste erfahren gerade jetzt noch größeren Zuspruch als zuvor. Allein hier stehen rund 30 Menschen auf der Gehaltsliste.
 
Die Streichung der städtischen Zuschüsse hätte vermutlich nicht nur bei der AWO und ihrer ohnehin corona-gebeutelten Familienbildungsstätte und den sozialen Diensten die Streichung von zahlreichen Arbeitsplätzen zur Folge. Auch zahlreiche Honorarkräfte könnten nicht mehr beauftragt werden. Nicht minder schlimm – es wären hunderte Kunden der sozialen Dienste und der Familienbildungsstätte betroffen. Das kann eine Stadt, mit der wir an vielen Stellen zielorientiert, kostenbewusst und erfolgreich zusammenarbeiten im Sinne der Bürgerinnen und Bürger Dietzenbachs unmöglich wollen. 
 
Die AWO ist bundesweit und auch im Kreis Offenbach Partner vieler Gebietskörperschaften – unabhängig von der Couleur der jeweiligen Rat- und Kreishäuser. Und so kann die AWO ein Ziel der Dietzenbacher CDU sofort unterschreiben, denn auf der Website der CDU Dietzenbach steht geschrieben: „Gemeinsam wollen wir unser Dietzenbach sicher, modern und attraktiv für alle gestalten, die am gesellschaftlichen Leben teilnehmen wollen. Für Kinder, Schüler, Studenten, für Familien und Senioren.“ Die Anträge tragen leider nicht dazu bei, dieses gemeinsame Ziel zu erreichen. Die AWO erfüllt genau dieses Ziel für die Altersgruppen von 0-99 Jahren!
 
Wir bitten Sie, diese Anträge zurückzunehmen, bzw. sie abzulehnen und sich zu einer gesunden sozialen Infrastruktur in Dietzenbach zu bekennen, auf die Verlass ist.
 
Zudem werden wir pünktlich zur Sitzung des Haushaltsausschusses am 07.05.2020, 18 Uhr, vor dem Rathaus (Parkplatz) gegen diesen sozialen Kahlschlag zu einer Demonstration aufrufen. Die Auflagen hier werden eingehalten (Abstand 1,5 m etc.)

 
Mit freundlichen Grüßen
 
Arbeiterwohlfahrt  Kreisverband Offenbach Land e.V.
 
Dirk Hartmann, Gesachäftsführer

Christine Seißler, stellv. Geschäftsführerin

Ana Waldow, Fachbereichsleitung Kinder und Jugend  

Claudia Wagner, Familienbildungsstätte

Lars Bothe, Fachbereichsleiter Soziale Dienste

Stefan Mothes, Leitung Soziale Dienste Dietzenbach

Was passiert mit der durch Corona gebeutelten Familienbildungsstätte und den rund 1050 jährlichen Kursteilnehmern!? Damit wurden rechnerisch 3% der Dietzenbacher erreicht!
Die MitarbeiterInnen der sozialen Dienste sind entsetzt über die geplanten Streichungen und fürchten um ihre Kunden und Arbeitspläte