AWO Rodgau - vom e.V. zum Stützpunkt

Ortsvereine bündeln ihre Kräfte im Stützpunktmodell

Die Stützpunkt-Idee der AWO Obertshausen entwickelt sich zum Erfolgsmodell. Nachdem die Mühlheimer AWO Gruppierung im Februar durch die Umwandlung von einem Ortsverein in einen Stützpunkt, die somit ihre Eigenständigkeit bewahren konnte und lediglich von der AWO Obertshausen verwaltet wird, erfolgreich gerettet werden konnte, hat sich der Ortsverein Rodgau ebenfalls des Modells bedient.

Die rund 60 Mitglieder starke Gruppierung wurde in den Ortsverein der AWO Obertshausen eingegliedert, nicht ohne weiterhin eigenständig agieren zu können. Gegründet wurde die AWO Nieder-Roden 1946 von Johann Hitzel, als die ersten Care-Pakete aus den Vereinigten Staaten nach Deutschland kamen und praktikable Wege der Austeilung gesucht wurden. Die Besatzungsmächte hatten unter anderem die AWO, die aus der Sozialdemokratie hervorgegangen war, als politisch nicht belasteten Wohlfahrtsverband für die Verteilung ausgesucht. In den Anfangsjahren spielte der Aufbau von Hilfsangeboten für Familien und Bedürftige eine zentrale Rolle. 1979 übernahm Kurt Steppke den Vorsitz des rund 100 Mitglieder zählenden AWO Ortsvereins, den sein Sohn Jürgen Mitte der 90er-Jahre weiter führte. Bald gingen die Ortsvereine Dudenhofen und Hainhausen in der AWO Rodgau auf, während der AWO Ortsverein Weiskirchen bis etwa 2018 selbständig blieb und die Mitglieder anschließend zur AWO Rodgau wechselten.
„Insgesamt jedoch sank die Mitgliederzahl ab etwa 2010 immer weiter bis auf zuletzt rund 60 Aktive“, sagt der 72-jährige Jürgen Steppke, der bis Ende 2023 Geschäftsführer seiner eigenen Automationsfirma war. Zweimal im Jahr stattfindende Ausflugsfahrten und Sonntagsfrühstücke, regelmäßige Kaffeenachmittage sowie ein traditionelles Gänseessen sind nur einige der zahlreichen Unternehmungen, die der Ortsverein über viele Jahre organisiert und die das Gemeinschaftsleben gestärkt hatten. Unter Steppkes Ägide wurde die Demenzbetreuungsgruppe „Rosengarten“ gegründet.
Das niederschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebot unter der Leitung von Ursula Stadler von der AWO Obertshausen richtete sich mit geselliger Unterhaltung, gymnastischen Übungen und kurzweiligen Geschicklichkeitsspielen an Menschen mit einer demenziellen Erkrankung. Gleichzeitig diente es dazu, pflegenden Angehörigen einmal wöchentlich eine stundenweise Erholung und Entlastung von der täglichen Pflegetätigkeit zu ermöglichen. Die Suche nach einer Neubesetzung blieb erfolglos, so dass der Vorstand mit seinem Vorsitzenden Jürgen Steppke, Stellvertreterin Anna Büdel, Schriftführerin Dagmar Eberhard und Kassiererin Stefanie Paukstat die Idee des Stützpunkts der AWO Obertshausen aufgriffen.

„Bei der AWO Obertshausen fühlen wir uns gut aufgehoben“, freut sich Steppke über den Weiterbestand der AWO Gruppierung im Rodgau. „Die Stützpunkte sind eine moderne Antwort der AWO auf die schwindende Bereitschaft vieler Mitglieder, sich in den formalen Vorstandsämtern zu engagieren. Die Form des Stützpunkts ermöglicht ihnen, sich weiterhin im Rahmen der AWO Rodgau einzubringen, während die erforderliche Verwaltung und die rechtlichen Aufgaben übergeordnet von uns erledigt werden“, sagt Rudolf Schulz, ehrenamtlicher Geschäftsführer der AWO Obertshausen.

Als eine seiner ersten Aktivitäten wird der neue Stützpunkt AWO Rodgau eine 14-tägige Demenzberatung anbieten, die sich an die Angehörigen und Betreuungspersonen von demenziell erkrankten Menschen wendet. Der nächste Termin wird am Mittwoch, 20. Mai von 14.30 Uhr bis 16.30 Uhr im Sitzungssaal 102 des Rathaus der Stadt Rodgau in der Hintergasse 15 stattfinden.
Eine Anmeldung wird erbeten unter der Telefonnummer 06106 876159